© Gerard van Smirren

Impfmüde

Das Wort ist so jung, dass viele einschlägige Verzeichnisse es noch gar nicht kennen. Bei Google Ngram steigt die Trefferquote erst nach den Nuller-Jahren steil an, offenbar gab es nach der Schweinegrippe-Saison 2009/10 einen ersten kleinen Impfmüdigkeitspeak mitohne Pieks (sorry). Weiterlesen

Eine triviale Gemeinsamkeit

Der Umweltschutz, die Meinungsfreiheit, Integration, das Personalgespräch, das Frühstücksfernsehen, die Probezeit, das Barrierefreiheitsrecht, die freie Gesellschaft, Nachhaltigkeit, Solidarität, Fairness, Social Media, Engagement, Rassismus, Sexismus, der Lehrenweg, die Spiegelstraße, Vorstellungsgespräche, MS, Respekt, die Vogelsbergstraße, das Homeoffice, Treue, Zusammenarbeit, Weiterlesen

Rückkehr zur Normalität?

Sie wird immer häufiger beschworen, als sei sie ein Ziel, nach dem wir Sehnsucht hätten. Für die Rückkehr zur Normalität gibt es keine Fahrkarten, keine Patentrezepte, keinen Wegweiser. Wer behauptet, den Weg oder das Ziel zu kennen, ist ein Scharlatan. Wer sie verspricht, verspricht sich. Seit wann gibt es Zeitreisen, und dann auch noch zurück? Was schließlich macht einen hinter uns liegenden Zustand zu einem Sehnsuchtsziel? Weiterlesen

Der Nacktputzer

Gestern Mittag bei der Runde mit dem Hund durch die Stadtwildnis hatten wir ein seltsames Erlebnis.

Wir traten am Ende eines schmalen Pfades durch die lieblichsten Kleingärten auf eine Lichtung, wir nennen sie “unsere Kehre”, als wir dort auf einen älteren etwas korpulenten puterroten Mann stießen, der gerade dabei war, sein letztes Kleidungsstück, einen blauen Slip, abzulegen. Auf meine erstaunte Frage, was das solle, erhielt ich keine Antwort. Es schien ihm Beschäftigung genug, den Slip abzulegen, ohne darüber das Gleichgewicht zu verlieren. Zwanzig Meter weiter trafen wir einen uns bekannten Kleingärtner und fragten ihn, ob er wisse, was da – quasi vor seiner Laubentüre – passiere. Wir erhielten eine sehr lakonische Antwort, die eher nach einem weiteren Rätsel klang. Das sei der Nacktputzer. Der Kleingärtner, übrigens auch Familienvater, schien sich in dieses Schicksal gefügt zu haben, und plötzlich erinnerte ich mich daran, dass vor einigen Wochen seine Kinder mir aufgeregt entgegen gelaufen waren und mich gefragt hatten, ob ich den Nacktputzer gesehen hätte. Ich hatte das für ein Spiel gehalten und es sogleich wieder vergessen. Nein, ich hatte keinen Nacktputzer gesehen. Als ich den Gärtner danach fragte, was der Nacktputzer denn mache, erhielt ich die zweite lakonische Antwort: er putze Steine. Der Laubenpiper schien sich in das Schicksal dieser ungesuchten Nachbarschaft gefügt zu haben. Was du nicht ändern kannst, das nimm doch einfach hin. Nun also den Nacktputzer, für die Steine! Von denen aber gibt es im Gelände, durch das einst ein Gleis mit Schotterbett geführt hatte, so viele, dass wir endlich verstanden, dass da einer seine Lebensaufgabe gefunden haben muss.

Mögen die Steine es ihm danken!

Verschärfen

Aus Gründen, die nicht kulinarischer Natur sind, feiert dieses Verb etwas zu dauerhaft Hochkonjunktur.  Hier folgen einige Beispiele aus der politischen Prosa, was sich verschärft oder was verschärft werden muss. Aus der Ferne erklingt in dem Wort das Handwerk des Scharfrichters, der seine Klingen einsatzbereit halten und entsprechend pflegen muss. Wer etwas verschärfen will, steht – wie unfreiwillig auch immer – in dieser Tradition.

Verschärft werden muss Weiterlesen

Es geht um die Zeugen

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Richtig und wichtig

Kaum etwas finde ich so grauenvoll und nichtssagend wie diese Formulierung, die seit geraumer Zeit Bedeutung beansprucht, aber über die Autosuggestion nicht hinauskommt. Aber wer kann sich schon selbst hypnotisieren? Was in den letzten Monaten alles als “wichtig und richtig” galt:

Streiten

Hochschulen in die Politik einbringen

Selbsttests

Apotheker Weiterlesen

Virusvariationsgebiet

Erst hieß es “Mutationsgebiet”. Damit schien klar, dass dort etwas passiert, was besser nicht passierte. Wenn es sich um ein abgrenzbares Gebiet handelte, dann, so die in dem Wort geborgene Hoffnung, ließe sich eingrenzen, was von dort seinen Ausgang nehmen könnte. Das war schon Blödsinn in der Sekunde, in welcher das Mutationsgebiet in die deutsche Sprache fand. Es geschah erst vor wenigen Wochen, weshalb Google Ngram die Verwendungsgeschichte des Wortes noch nicht aufbereitet hat.

Es liegt nahe, sich dem zusammengesetzten Wort von seinem Hinterteil aus zu nähern (Lob des Hinterteils!): dem Gebiet. Das Wort ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie die deutsche Sprache aus ihrem Innersten heraus etwas Neues hervorbringt, so wie zum Beispiel ein Substantiv aus einem Verb entsteht und eigene Gestalt annimmt. Es gibt einen Zusammenhang zwischen dem Gebieten und den Gebieten, in denen das Gebieten Geltung beansprucht. Hat eine Person die Macht zu gebieten, hat diese Macht Folgen. Bis sich diese zu kartierbaren Grenzen verdichten, vergeht Zeit. Es kommt zu Proben, wie weit miteinander konkurrierende Gebote und daraus abgeleitete Gebiete reichen. Manche Nachkommen der Vertriebenen schreiben verloren gegangene Güter im Osten noch heute in ihre Testamente. Weiterlesen

Das Menschenmögliche

Angesprochen auf die Vorhersage von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in der frühen Phase der Pandemie, dass man sich später einiges zu verzeihen haben werde, und gefragt, ob sie bei der Impfstoffbestellung etwas falsch gemacht habe und sich bei den Deutschen entschuldigen müsse, sagte Merkel: „Jeden Tag macht niemand hundert Prozent alles richtig.“ Dann aber sagte sie, bei der Impfstoffbestellung habe man das „Menschenmögliche“ getan. Eckart Lohse, FAZ vom 22. Januar 2021 Seite 2.

Ein seltsames Wort. Oft wird es um ein „alles“ ergänzt, um nur ja den Verdacht zu ersticken, dass möglicherweise etwas durchaus Menschen Mögliches unterlassen worden sein könnte. In einem solchen Falle wäre das Menschenmögliche eine Schutzbehauptung, die Verstand und Tatkraft bloß für den Versuch einsetzte, etwas zu entschuldigen. So aber fiele etwas in dem Wort Enthaltenes schmerzhaft hinter seinen Bedeutungsreichtum zurück. Wäre das der Fall, könnte es auch mit der Bemerkung getan sein „Sorry, wir haben das versemmelt.“ Weiterlesen

Nun kommt etwas Neues ins Spiel

In dieser Woche beginne ich mit einem Projekt, über das ich schon nachgedacht haben könnte, als es all das Gedöns von Facebook, Twitter, Instagram und Tinderätätä noch nicht gegeben hat. Damals hatte ich über Weihnachten mit meiner kleinen Schwester und einem guten Freund erst Gans gegessen, dann einen langen Spaziergang am Niederrhein gemacht. Danach lieferte ich drei Probetexte nach München und damit war die wöchentliche Kolumne “Rhetorikseminar” geboren. Ich hatte damals schon mehrere Jahre RedenschreiberInnen im Gebrauch ihrer Mutter- oder Vatersprache unterrichtet. Bei dieser Arbeit war mir aufgefallen, dass ausgerechnet bei ihnen mitunter eine namenlose Angst davor zu bemerken war, einen Sachverhalt anschaulich, prägnant oder auch mit einer kleinen Prise Komik darzustellen. Der politische Betrieb ist auch von dieser Angst der unsichtbaren Helferlein im Hintergrund geprägt. Die Kolumne befasste sich mit Lieblingswörtern führender Politikerinnen. Den Anfang machte das Paket, es folgten das insbesondere Edmund Stoibers und das übrigens von Gerhard Schröder.

Um das Spielerische zu fördern, begann ich die Seminare immer mit einer Spielidee von Carlo Goldoni. Eine Teilnehmerin sollte aus dem Stegreif eine Rede halten. Eine andere Teilnehmerin stellt eine offene Frage. Das kluge Kind, der kleine Sibillone, ruft irgendein Wort in die Runde, das nichts, aber auch wirklich nichts mit der Frage zu tun hat, und darauf beginnt nun die ausgewählte Teilnehmerin eine improvisierte Rede, in welcher sie zunächst über die Frage nachdenkt, warum sie wichtig ist. Dann lobt sie das kluge Kind und sein irres Wort, das nichts mit der Frage zu tun hat, aber sie zu lösen hilft, und findet schließlich die Kurve zu einer überzeugenden Antwort auf die gestellte Frage. Die Übung diente mir als Diagnostik. Die Teilnehmerinnen, die am nächsten Tag davon erzählten, wie sie die Übung mit ihren Kindern gespielt hatten, waren für ihren Beruf geboren. Sie hatten intuitiv gezeigt, warum ihr Kopf rund ist und dass sie die Richtung ihres Denkens jederzeit ändern können.

Sieben Jahre später hielt ich beim 28C3-Kongress des Chaos Computer Clubs in Hamburg diesen Vortrag über den Stabilitätsanker und die Wachstumslokomotive. Mit dem Vortrag endete das Projekt eines anderen Blogs, das ich am Tag der Amtseinführung von Barack Obama begonnen hatte. Ich verfolgte die ersten drei Jahre seiner Amtszeit und unternahm Versuche, seine politische Rhetorik mit dem Angebot der deutschen Politik zu vergleichen.

Im Jahr 2011 entstanden zwei neue Superunsinnsspreaderwörter des politischen Betriebs. Ich poste das Video des Vortrags und deute auch schon einmal an, was ihm in wenigen Tagen folgen wird: ein wöchentlicher Newsletter, in dem ich mich mit einem “Wort der Woche” befassen werde. Den Anfang wird das Menschenmögliche machen, eine Figur, bei der nicht so klar zu sein scheint, ob in ihr eine utopische Idee erklingt oder bloß der Rückzug auf die irdische Schwerkraft.

Achtsam

Nun leben wir schon über drei Jahre zusammen. Lola beobachtet mich, ich sie. Am Morgen sind es die fast ewig gleichen Routinen. Erst bereite ich mein Müsli zu, die Cafetière beginnt auf dem Gasherd zu fauchen. Lolas Fressnapf ist schon gefüllt (zur Zeit mit Reis, Apfelschalen und einem Nassfutter aus der Dose). Ich stelle ihn auf den Fressplatz, gieße den Espresso ein und nun, als ich das Müsli von der Arbeitsplatte auf den Küchentisch stelle, kommt der tägliche Augenblick, der mir das Herz weitet, weil der Hund so quer zwischen Tisch und Fressnapf steht, dass ich, ohne sie zu schieben, mich nicht hinsetzen könnte. Sie aber, während sie weiter wölfisch ihr Futter verschlingt, weicht mit dem Rumpf so zur Seite, dass ich auf meinen Platz gelange, ohne sie schieben zu müssen. Es bedarf keines Blickes, keines Wortes, keiner Geste, um sie zum Vollzug dieser Routine zu ermahnen, nein, sie hat es zu einer achtsamen Choreographie gebracht, um das Allerheiligste für den Hund, das Fressen, nicht unterbrechen zu müssen, mir aber zugleich Platz machen zu können.

Hoffnung auf den Autopilot

Sitzen eine Ethikerin, ein Ministerpräsident, ein Epidemiologe, ein Virologe und die Pandemiebeauftragte eines Landkreises zusammen, dann befinden sie sich gewiss in einer Talkshow, an diesem Abend bei Maybrit Illner. Weiterlesen

Midas und Pygmalion

Kürzlich erinnerte ich mich daran, dass ich im Sommer 2013 zwei Metamorphosen des Ovid – sozusagen – weitergeschrieben habe: die Geschichten von Midas und Pygmalion. Weiterlesen

Wilde Jahre, kühne Träume

Seit heute (12. Oktober 2020) ist mein neues Buch “Wilde Jahre, kühne Träume” im Buchhandel erhältlich. In ihm untersuche ich Verbindungen zwischen Substantiven und Adjektiven wie zum Beispiel wilde Jahre, bewaffnete Männer, junge Frauen, schlechtes Gewissen.

Am 16. Oktober sendete das zweite Radioprogramm des Bayerischen Rundfunks in der Sendung “Sozusagen!” ein erstes Gespräch über das Buch, das Hendrik Heinze mit mir geführt hat.

Nun gibt es Kritiken im Programm der Deutschen Welle und im Greenpeace-Magazin. Am kommenden Montagvormittag gibt es ein Interview im Radioprogramm des WDR 5.

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Wörter aus vier Jahrzehnten

Im März 2019 kamen die ersten beiden Bände einer kleinen Buchreihe heraus, die ich für den Dudenverlag schrieb. Es geht um Wörter aus den 50er und 60er Jahren. Im Herbst 2019 folgten die Bände zu den 70er und 80er Jahren. Ein seltsames Schreiberlebnis, in die eigene Kindheit, Adoleszenz und das frühe Erwachsensein einzutauchen und der Mischung aus Fremdheit und Vertrautheit nachzugehen. Zu jedem Wort gibt es einen Miniessay von circa 1000 Zeichen. Die Bücher sind illustriert mit Fotos aus dem jeweiligen Jahrzehnt.

     

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Kanalarbeiter

Ich gehöre nicht zu den weinerlichen Menschen. Heute war der Termin für die zahnärztliche Ausschachtung der Wurzelkanäle, die vor fünf Jahren, wie ich damals geglaubt hatte, auf Dauer zahnärztlich versorgt worden waren. Gloßel Illtum! Im Unterschied zum damaligen Zahnarzt ist der jetzige auf sympathische Weise maulfaul, er sagt, außer den Anweisungen an die Helferin, fast nichts. Das war dummerweise so ansteckend, dass ich kurz vor Ende des Martyriums es nicht wagte, die kurzzeitige Irritation eines Nervs, der an meinem Ohr vorbeiläuft, zu erwähnen. Der dento-akkustische Höhepunkt der zweistündigen Sitzung war erreicht, als er begann, mit einer Druckpumpe das Reinigungsfluidum in die freigefrästen Kanäle zu spritzen. In der Sekunde fühlte ich mich an das Schlagzeug von N.U. Unruh (Einstürzende Neubauten) im Schacht der Autobahnbrücke von Dreilinden erinnert. Asynchron dazu tobten die Bohrhämmer im Versorgungsschacht des 11Geschossers am Nollendorfplatz. Sie hatten, ohne Absprache, den Einsatz hinbekommen, als hätte ein böser Geist sie gegen mich dirigiert. Anfangs hatte ich vorgehabt, das elfte Geschoss durch den Treppenschacht anzusteuern, um Begegnungen im Flaschenhals-Aufzug (Transportmaximum: drei Veuve-Nebukadnezars zusammen mit meinem Astralleib) auszuweichen. Davon ließ ich ab und schnallte die im Februar gelieferte FFP3-Maske an. Christian Y. Schmidts Warnungen aus Peking hatten mich früh genug alarmiert. Bis zum nächsten Montag sind Mozzarella-Kügelchen und zermuste Avocados mein Grundnahrungsmittel.

Das Leben mit Hund (ctd)

Lola ist in der heißen Phase ihrer dritten Läufigkeit. Hatte ich früher gelegentlich bemerkt, Hunde seien Katasterämter auf Streife, konnte ich gestern im Hundesauslauf eine weitere Beobachtung machen, wie das Markieren eine spielerische Choreographie inszeniert. Wir trafen Lolas Freundin Wilma, eine Großpudeldame von erheblichem Temperament, im Vergleich zu Lola ein Leichtgewicht. Die beiden hatten sich, von einer Episode auf der Potsdamer Straße abgesehen, seit längerem nicht gesehen. Früher konnte es vorkommen, dass Begegnungen nach der Choreographie von Italowestern abliefen, als führte Sergio Leone Regie. Beide legen sich in äußerster Spannung nieder, warten ab, wer zuerst zuckt und dann stürmen sie aufeinander los. Gestern saßen wir auf einer Bank des Hundeauslaufs, als Lola mit einem leichten Hopser, ausgelöst durch die Vorderläufe, in die Hocke ging und eine klitzekleine Portion Urins abgab. Ihrer Vorlage folgte Wilma, indem sie exakt auf die gleiche Stelle und in der gleichen Haltung etwas darauf setzte, und nun wiederum überstrahlte Frollein Lola die Spur, was daraufhin Wilma zur Wiederholung nötigte, und das Spiel des Markierens und Übertünchens endete erst, als beide jeweils drei Mal geliefert hatten. Wer dabei Regie führte, ist egal. Die beiden Damen inszenierten ein Ritual. Hier ein Bild von Lola aus dem letzten Frühling, als ihr Comte Griffon nachstellte.

Das hässliche Entlein, hündisch auf den Kopf gestellt

Beim Spaziergang mit Lola ist mir heute Mittag aufgefallen, wie sanft und geradezu unspürbar sie an der Leine knapp hinter mir herläuft, dass mich auf dem Nachhauseweg plötzlich ein namenloser Schrecken darüber befiel, der Anblick dieses beidseitigen Schwebezustandes könnte von Bösewichten missbraucht und so ausgenutzt werden, dass sie unbemerkt Lola von der Leine lösten und einen stinkenden ranzigen zahnlosen missmutigen hässlichen alten Rüden an ihrer Stelle anleinten. Der Schrecken, den diese Idee auslöste, war so maßlos, dass ich nicht wagte, mich umzudrehen, bis wir das Haus erreichten und mir zu meiner größten Erleichterung klar wurde, dass Lola mich tatsächlich nach Hause begleitet hatte.

Helga Paris

Ich nahm mir drei Tage hundefrei. Wenn ich Lola leise den Namen ihrer Hüterin sage, weiß sie, dass sie einen Ausflug zu ihrem Teilzeit-Rudel unternimmt. Sie springt dann vor Freude an mir hoch, weil sie einige Tage namenloser Abenteuer vor sich weiß. Weiterlesen

Aufwachen

Nun gehört es zu den täglichen Routinen des Lebens mit Hund, am frühen Morgen, dieser Tage wirklich früh, durch die Straßen an vielen geöffneten Fenstern vorbeizulaufen, und heute fiel mir auf, dass der Klang der Wecker monoton geworden ist, als gäbe es nur noch den einen, der sich nicht durch das Schepperschrillen der alten Blechkameraden, sondern durch ein fast kardiologisches Fiepen auszeichnet, das die meisten nicht von allein aufwachenden Menschen in Intervalleinstellung über sich ergehen lassen, ohne beim ersten (oder xten) Mal aus den Federn zu springen. Was hätte Jacques Tati daraus gemacht oder Claude Faraldo? Es defibrilliert auf hunderten von Metern, als spräche daraus insgeheime Sehnsucht nach mächtigen Sirenen.

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