An Alle Es liegt in Ihren /Euren Händen, was ich nun auf den Weg bringen werde: ich werde Ihr/Euer persönlicher Berlin-Korrespondent. Jede Woche erscheint ein Beitrag über eine Tagung, eine Diskussion, einen Vortrag, eine Lesung – oder was auch immer Eure /Ihre Neugier und Interesse weckt. Das Projekt wird über die Plattform steady gelauncht, mit anderen Worten: mein Angebot ist abonnierbar...
Schwule Lyrik – Schwule Prosa
Den Vortrag zu der von Elmar Kraushaar herausgegebenen Anthologie hielt ich am 20. November 2025 im Schwulen Museum Berlin. Die Anthologie markiert einen Wendepunkt in der Geschichte des Verlags rosa Winkel. Zwei Jahre nach Gründung des Verlags ist ein mehrfacher Paradigmenwechsel wahrzunehmen. Erstmals erscheint – neben den eher an Flugschriften auf Mensa-Büchertischen erinnernden Broschüren –...
Tuntenstreit – revisited
Vereinbart waren fünf Vorträge, nach dem Zweiten wurde die Reißleine gezogen, die Gründe sind plausibel. Hier folgt nun das ausgearbeitete Manuskript meines ersten Vortrags anlässlich eines runden Geburtstages. Im Herbst 1975 wurde der Verlag rosa Winkel gegründet, ein später Geburtstagsgruß. Der erste Vortrag widmet sich einer Broschüre unter dem Titel
Kulturkampf? Ein Zeitalter besichtigt sich
Der Weg zur Akademie der Künste ist in diesen frühen Novembertagen weiträumig vom öffentlichen Verkehr abgeschnitten – gesäumt von Sperrgittern, die den Eindruck eines Belagerungszustands erzeugen. Fast niemand aber ist an diesem frühen Abend unterwegs. Die neue Führung der Berliner Akademie der Künste unter Präsident Manos Tsangaris und Vizepräsident Anh-Linh Ngo nimmt an Fahrt auf. Am 4...
Fanfaren – ein tutti bitte!
Es gibt ein neues Kapitel hier, einen neuen Lebensabschnitt, ein neues Angebot: Ich werde hier als freier Korrespondent über Diskussionen, Vorträge, Buchpremieren und Konferenzen berichten. Seien Sie gespannt und mir gewogen – etwa indem Sie meine Arbeit als Berliner Kulturkorrespondent über steady unterstützen. Den Auftakt macht anfang der nächsten Woche ein Bericht über die Vorstellung...
Alan Hollinghurst in Berlin
Eine sehr erfreuliche Nachricht: Das Internationale Literaturfestival Berlin meldet, dass Alan Hollinghurst am 11. September aus seinem Roman »Unsere Abende« (übersetzt von Joachim Bartholomae) lesen wird. Im Frühherbst 2005 habe ich für das „Wochenende“ der Süddeutschen Zeitung dieses Porträt geschrieben. Damals war gerade die deutsche Übersetzung seines Romans „The Line of...
Kolumne „Kleine Tode“ für das Magazin „front“ aus dem Jahr 2008
Diese Kolumne erfand ich für das Magazin front, das im Jahr 2008 von Ejo Eckerle und Dirk Ludigs in Berlin herausgegeben wurde. Ausgangspunkt für die Kolumne war ein internationales Dating-Portal. Für Profile, die schon geraume Zeit von ihren Urhebern nicht mehr aufgesucht worden waren, schrieb ich diese Nachrufe. Einem mir besonders sympathischen Urheber wagte ich, eine Kopie meines Nachrufs zu...
Die Fiktionalisierung der Politik – zur Sprache des Koalitionsvertrags
Die Fahrbahn ist ein graues Band Weiße Streifen, grüner Rand Die Zukunft ist auch nicht mehr, was sie einmal war. Es gibt Wege, dieser Einsicht aus dem Weg zu gehen. Der Vertrag zwischen den Unionsparteien und der SPD über die Bildung einer neuen Regierung begegnet dieser Einsicht unbeirrbar lakonisch und zählt Zeile für Zeile. Haben die Verhandlungsführenden diese Idee der Düsseldorfer Band...
Todesangst als Erfolgsrezept
Heute, am 2. April 2025, hätten wir den 100. Geburtstag von Hans Rosenthal feiern können. Vor einigen Jahren hat Günter Hack den großartigen Roman „Quiz“ bei Frau Frohmann veröffentlicht. Für die „Zeit“ hatte ich das Buch damals besprochen. Hier ein Auszug aus dem Roman: „Nach dem Krieg ging er hinaus und wurde Entertainer. Er trat Woche für Woche vor einem Publikum...
Für eine Freie Universität von Babel
Noch vor kaum zwei Jahrzehnten schien es undenkbar, mit Nobelpreisen ausgezeichnete deutsche Wissenschaftler dafür zu gewinnen, aus den Vereinigten Staaten nach Deutschland zurückzukehren. Die Arbeitsbedingungen in Amerika schienen konkurrenzlos. Das scheint sich gerade zu ändern. Das politische Klima, gekürzte Budgets, Verwerfungen im Bereich der Naturwissenschaften ebenso wie Anfeindungen...
Willy Habeck
Heute Morgen las ich beim Frühstück Alexander Osangs Habeck-Reportage, es kam mir vor wie eine Zeitreise auch durch meine Geschichte – zurück in das Jahr 2009. Nach dem Tod meines französischen Schwagers hatte ich meine Wohnung in Berlin an einen amerikanischen Gastprofessor untervermietet und war bei den zwei Hunden im Weingut am Rand der Cevennen gelandet. Am Tag von Barack Obamas...
Erinnerung an ein Desaster
Bilder aus Washington zeigten etwas Unfassbares: ein von Donald J. Trump angefeuerter Mob stürmte das Kapitol. Ein Proud Boy fläzte sich auf dem Platz des Vizepräsidenten im Senat, ein anderer durchsuchte das Büro von Nancy Pelosi. Der Präsident schaute bei seinem Lieblingssender zu. Erst nach scharfer Intervention durch Joseph R. Biden Jr. rief er seine Fans dazu auf, nach Hause zu gehen. Er...
Über den paranoiden Stil der amerikanischen Politik
Diesen Text schrieb ich Ende 2016, wenige Wochen vor der ersten Amtseinführung Donald Trumps für den Freitag . Die damalige Aktualität holt uns acht Jahre später wieder ein. Ich habe den Text für den Blog leicht redigiert.
© by Opposition
Vorbemerkung: Im Wahlkampf 2009 habe ich für das Handelsblatt eine wöchentliche Wahlkolumne geschrieben. Kürzlich ist mein damaliger Redakteur Martin Tofern gestorben. In dankbarer Erinnerung an diesen feinen und subtilen Ermöglicher werde ich in den kommenden Tagen diese kleine Reihe hier wieder zugänglich machen. Wenn der Mann redet, lässt er gern offen, ob da noch die Großmutter oder schon der...
Schläfer im Aufstand – Über den Roman DIE EIGNUNG von Michael Sollorz
Vorbemerkung: Ich werde hier gelegentlich an Beiträge von mir erinnern, die sich gut gehalten haben. Heute fang ich damit an, indem ich an meine Besprechung des Romans „Die Eignung“ von Michael Sollorz in dem Magazin front im Herbst 2008 erinnere. „Wir besuchen einen Toten. Einverstanden? Erbitte kurze Bestätigung.“ Michael Sollorz liebt es knapp und klar. Von der U-Bahn-Station in...
Der Chef braucht ein Wunder – ne touche pas à mon potus!
Was hier nun folgt, ist so abwegig, dass es nur als Produkt einer schrägen Phantasie durchgehen wird. Keine Verschwörungstheorie, keine finsteren Machinationen, nur der Versuch, aus den Ungereimtheiten der letzten Tage eine sehr zweifelhafte Story zu fabrizieren.
Verwirrung und Verirrung
Mag sein, dass die Epiphänomene der letzten 24 Stunden bloß eine Nebenwirkung der leichten Narkose sind, die mir am Montagmorgen verabreicht worden war. Nach der Heimkehr gestern fiel ich beim frühen Mittagsschlaf in einen Traum, in dem ich mit größter Leidenschaft und Empörung den Diebstahl des Bettes bekämpfte, in dem ich von diesem Diebstahl träumte. Selten habe ich Freuds Bemerkung, der Traum...
Illusionen als Kapital
„Ein Gespenst geht um in Europa.“
So klang einst der erste Satz eines Manifests, das es noch in sich hatte. Nun sitzt vor der Bundespressekonferenz eine Dame, die eine Bewegung gestrickt hat, die – bis auf Weiteres – unter ihrem Namen die politische Arena betritt.
Davongekommen
Müde, auch leicht verkatert, war er aus Westafrika zurück gekommen, sein jüngster Kunde schrie nach ihm. Wer wollte es ihm verdenken, dass er der Bitte folgte? Der Macron werde sich noch wundern, was ihm in Niger blüht, das ist er ihm schuldig. Nun also wieder Moskau, aber was hält ihn da noch, ab nach Sankt Petersburg, immer noch seine Borghata des Elends, das er hinter sich weiß, aber nie...
Versuch zu verstehen
Im Frühsommer 1989 kam ich bei einem Projekt unter dem Dach des Koordinierungsrats der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit an die Grenze meiner Leistungskraft.