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Das Menschenmögliche

Angesprochen auf die Vorhersage von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in der frühen Phase der Pandemie, dass man sich später einiges zu verzeihen haben werde, und gefragt, ob sie bei der Impfstoffbestellung etwas falsch gemacht habe und sich bei den Deutschen entschuldigen müsse, sagte Merkel: „Jeden Tag macht niemand hundert Prozent alles richtig.“ Dann aber sagte sie, bei der Impfstoffbestellung habe man das „Menschenmögliche“ getan. Eckart Lohse, FAZ vom 22. Januar 2021 Seite 2.

Ein seltsames Wort. Oft wird es um ein „alles“ ergänzt, um nur ja den Verdacht zu ersticken, dass möglicherweise etwas durchaus Menschen Mögliches unterlassen worden sein könnte. In einem solchen Falle wäre das Menschenmögliche eine Schutzbehauptung, die Verstand und Tatkraft bloß für den Versuch einsetzte, etwas zu entschuldigen. So aber fiele etwas in dem Wort Enthaltenes schmerzhaft hinter seinen Bedeutungsreichtum zurück. Wäre das der Fall, könnte es auch mit der Bemerkung getan sein „Sorry, wir haben das versemmelt.“ Weiterlesen