© Gerard van Smirren

Kurzer Draht

Der community organizer in chief hatte gestern Besuch. 85 amerikanische Bürgermeister trafen Obama und Biden im East Room des Weißen Hauses. Morgen empfängt er die Gouverneure der Bundesstaaten zum Essen. Der Präsident nimmt sich alle politischen Akteure zur Brust, bevor er am Dienstag im Kongress seine Rede zur Lage der Nation hält.

Ihr habt unsere Telephonnummern, sagt Biden zur Begrüßung. Wir erwarten von Euch, dass ihr den kurzen Draht auch nutzt. Ihr wisst, wo wir sind. Biden redet Tacheles. Dass die amerikanischen Städte zu oft und zu lange sträflich vernachlässigt worden seien (Obama installierte gestern einen eigenen Beraterstab für Urban Affairs, Chef ist Adolfo Carrión, der in den letzten Jahren die Bronx auf Vordermann gebracht hat.

Der entscheidende Satz Bidens lautet: Wir bleiben weit entfernt davon, das wirtschaftliche Potenzial unseres Landes zu realisieren, wenn es Leute gibt, die um die Ecke wohnen, aber Lichtjahre davon entfernt sind, ihre eigene Chance zu bekommen.

Auch der Präsident fackelt nicht lange. Er hält den Wurstzipfel hin und sagt. Beißen müsst ihr schon selber. Wer diese einmalige Chance verpasst, dessen Bürger können das schwarz auf weiß bei recovery.gov nachlesen. Obama zieht die Schrauben noch enger: We can´t tolerate business as usual – not in Washington, not in our state capitols, not in America´s cities and towns.

Diese Rhetorik setzt auf politische Wirkungsgrade. Jeder Auftritt erzeugt Druck, jenseits der tradierten checks and balances. Obama raspelt kein Süßholz, er winkt mit dem Zaunpfahl. Wer nicht spurt, weiß, was auf ihn wartet.

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