© Gerard van Smirren

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Abschied von Lotta

Es hatte so wunderbar begonnen. Kaum hatte ich diesen Wunsch für das Neue Jahr geäußert, erfuhr ich auch schon über @slowtiger vom Wurf bei Ronny Kraak und sah die ersten Videos vom Wurf. Als ich eine Woche später nach Potsdam fuhr, imponierte mir Lottas Mutter Paula sofort dadurch, dass sie den Eindringling ansprang, bellte und in die Wade kniff.

Es war ein eisiger Tag, schneereich, der Weg mit S-Bahn, Tram und Bus führte mich weit nach draußen in Potsdam. Drinnen im Gehäuse des Kraftfuttermischwerks hatte ich, kaum dass ich mich in der Küche hingesetzt hatte, schon Lotta auf dem Schoß und es war klar, dass sie zu mir kommen würde. Zehn Tage später war es so weit und Mona und ihre Tochter brachten sie zu mir. Ein Korb und eine Tragetasche für die ersten Wege durch die Stadt waren neben der Welpengrundausstattung schon da, ein Gang zum Fressnapf in der Stresemannstraße hatte mir auch gleich zu Lottas Lieblingsspielzeug verholfen, einem kleinen rosa Kegel-Kong, der fast wie die Mischung zwischen einem Eishörnchen und einem Hundehaufen aussah. Sie schlief die erste Nacht in meinen Armen, später robbte sie sich ans Fußende des Bettes.

Es bekam Lotta gut, dass ich die ersten acht Wochen immer mit ihr zusammen war, vom ersten Gang am frühen Morgen in den Hof, den sie früh zu inspizieren begann, bis zum letzten in der Nacht und sie dabei lernte, sich in meiner Nähe zu halten. Nur ihre Neugier und der eine oder andere Zufallsfund brachten sie gelegentlich auf Abwege. Auch zu den Radio 100-Sitzungen nahm ich sie in der Tragetasche mit, obschon sie so rasch wuchs, dass die bald zu klein war und ich die ersten Schritte mit ihr durch die winterlichen Straßen Berlins lief. In der Ubahn, im Bus, im Taxi schlief sie immer zu meinen Füßen ein, was viele Leute verwunderte, weil sie von jungen Hunden und Welpen nur die hysterischen Varianten zu kennen schienen. Die ersten Besuche bei ihrer Tierärztin am Botanischen Garten waren für sie der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Danke auch auf diesem Weg bei Daniela Friedrich, die gestern vergeblich versucht hatte, Lotta wiederzubeleben.

Danke auch an Moritz Pfotenhauer und ihr Rudel, bei dem sich die ungestüme Lotta die ersten Lektionen von Hund zu Hund holte, die ihre Freude am Schwimmen im Nelly-Sachs-Park entdeckte und sich um Lotta kümmerte, wenn ich unterwegs war. Dank auch an ihre vierbeinigen Freundinnen und Freunde im Hundesauslauf am Gleisdreieckpark. Fefe, Alex, Tami, Rockie, Arie, Marielle, Ollie, Felie, Rox, Emma, Lilie und die vielen anderen, deren Namen ich nicht kenne.

Gestern Morgen ist Lotta aus dem Fenster gesprungen. Als ich sie da unten liegen sah, hat es mir das Herz zerrissen. Mit diesen Bildern aus den letzten Lebenstagen ihres kurzen Lebens, das nur acht Monate und zwei Wochen gedauert und mir unendliche Freude bereitet hat, verabschiede ich mich von ihr.

Lebewohl, Lotta!

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One Response to Abschied von Lotta
  1. Bernd Huber Antworten

    Es ist schon so viel was man mit dem Hund erlebt in einer, wie wir denken, kurzen Zeit. Ich bin immer noch betrübt wegen dieser Nachricht.

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