© Gerard van Smirren

Der Narzissmus unserer Zeit

Eine Diskussion auf Twitter über EU-Kommissar Oettinger hatte mich auf diesen Gedanken gebracht: Alle sind wie er, keiner aber so sehr wie er selbst. So entsteht eine neue Verwechselbarkeit. Sie zeichnet sich aus durch ein Amalgam aus Weinerlichkeit, starken Meinungen (im kleinen Kreis) und das Siegergefühl, für die namenlos bleibende Mehrheit zu sprechen. Der Mielke von heute sagt nicht: „Ich liebe euch doch alle.“, sondern „Ihr müsst mich doch alle lieben, dafür dass ich so bin, wie ich bin!“

Der Narzissmus unserer Zeit kann insoweit als Ausdruck der Außensteuerung verstanden werden, als ein Akt grandioser Unterwerfung.

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