© Gerard van Smirren

Höchste Eisenbahn

Der amerikanische Secret Service hat ein Projekt ausgeschrieben, das so seltsam anmutet, dass ich nicht umhin komme, hier, an dieser abgelegenen Stelle, darauf hinzuweisen. Heute endet übrigens die Abgabefrist für Angebote.

Gäbe es schon Teleportation, würde ich mich als inkarniertes Tool gleich selbst rüberbeamen. Aber mit ihren hauseigenen false positive Ressourcen würden sie mich als nicht zulässiges Angebot aussortieren. Dabei täte ich das sogar umsonst. Denn was könnte es Schöneres auf der Welt geben, was wäre für den eigenen Seelenfrieden und beste Unterhaltung zuträglicher, als täglich die neuesten Sarkasmen – frisch aus aller Welt –  zum Müsli serviert zu bekommen? Okay, ich würde das nicht gerade auf der Basis des Internet Explorers 6 machen wollen, aber wenn sie mir eine Dienststelle dafür im schönen Colorado einrichteten, könnte ich mich auch damit anfreunden.

Sie möchten Sarkasmus erkennen. Sie möchten die Social Media besser verstehen. Sie wollen ausländische Staatsoberhäupter besser schützen. Also auf gar keinen Fall von jemandem interviewt werden, der ausweislich der neuesten in Verkehr gebrachten Gerüchte für sein gutes Aussehen tagtäglich süße Katzenbabies vertilgt, um noch besser noch naivere Fragen zu stellen, bis sich alle die Schenkel klopfen.

Man kann sich natürlich fragen, wie diese Sorge des Secret Service mit dem ersten Verfassungszusatz zu vereinbaren ist. Warum macht Sarkasmus den Personenschützern des amerikanischen Präsidenten solche Angst?  Was verstehen sie nicht? Was soll die Software lösen, was sie mit ihrem eigenen Verstand nicht erfassen?

Mir kommt es so vor, als wollten sie hinter den Habeas Corpus Act zurückfallen, als wollten sie dem Sinn Fesseln anlegen. In einer Welt, die dem Unsinn so viel zu verdanken hat, wird es höchste Eisenbahn, einen Habeas Sensus Act durchzusetzen.

Der für die Aufsicht des Secret Service zuständige Unterausschuss des Kongresses sollte sich über die Ergebnisse der Ausschreibung ausführlich unterrichten lassen. Ein Pfingstscherz zur Auslöschung des Hl Geistes.

PS: Versucht den Sinn an die Kette zu legen. Das Lachen darüber und der Hohn sind unendlich.