© Gerard van Smirren

Der Wahnsinn geht weiter – eine Tragödie wird besichtigt

Der folgende Essay erschien kürzlich im Jahrbuch Fernsehen 2018. Mit freundlicher Genehmigung der Herausgeber dokumentiere ich ihn hier in meinem Blog.

Prolog: Die Welt wartet nicht auf uns

Die ersten Bilder zeigen einen leeren Konferenzsaal. Die Namensschilder sind austauschbar, stehen für die vielleicht schon verloren gegangene Idee von Repräsentation. Wann werden sie ausgetauscht? Durch wen? Das Leitmotiv erklingt, eine Bearbeitung zweier Kompositionen von Johann Sebastian Bach1, ein maestoso triste in Moll, Kontrapunkt zur musikalischen Tradition eines Parteilieds, das noch Seit´an Seit´schreitet, aber nicht mehr zu wissen scheint, in welche Richtung die Reise gehen wird. Das Motiv durchzieht die Dokumentation wie eine Interpretationshilfe, trifft selbst eine melancholische Aussage zu dem Befund, zu dem die Dokumentation gelangt: der Wahnsinn geht weiter. Weiterlesen

Marlenes Schweigen

Für die Filmzeitschrift Sissy schrieb ich vor zwei Jahren über meinen Filmmoment, einen Ausschnitt aus Rainer Werner Fassbinders Film „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“. Robin Detje wünscht sich in diesem Herbst mehr Fassbinder-Nacherzählungen von mir. Das ist eine Bitte, die ich gerne befolge. Bald mehr! Weiterlesen